Skip to main content

Aufbau & Struktur eines Praktikumsberichtes

Viele junge Menschen werden zum ersten Mal mit dem verpflichtenden Bestandteil eines Praktikums im Rahmen des Besuches an einer weiterführenden Schule konfrontiert. Das Praktikum, um das sich der Schüler meistens selber kümmern muss, mag selbst in den meisten Fällen Spaß machen.

Doch wenn es um das anschließende Schreiben eines Praktikumsberichtes geht, so bekommen manche Schüler kalte Füße. Denn auch dieser wird – neben der gesammelten praktischen Erfahrung – benotet und diese fließt letztlich in die schulische Gesamtbewertung mit ein. Das Schreiben eines Berichts wird deshalb oft als unangenehm empfunden und häufig aufgeschoben.

Damit der Schüler oder Student auch diesen Ausbildungsabschnitt gekonnt bewältigt und Prokrastination erst gar keine Chance bekommt, zeigt dieser Artikel wie ein Praktikumsbericht in Aufbau und Struktur aussieht. Auch dieser Teil der Arbeit kann viel Spaß machen.

Praktikumsbericht

Praktikumsbericht ©iStockphoto/opolja

Formale Kriterien

Anzahl der Seiten

Die formalen Kriterien eines Praktikumsberichtes ähneln einer Hausarbeit. Die Vorgaben hinsichtlich der Seitenanzahl können unterschiedlich sein. Bei einem Bericht, der in der Oberstufe an einer weiterführenden Schule geschrieben werden soll, sind in der Regel zwischen 5 und 10 Seiten gefordert. Befindet sich der in der Ausbildung befindliche Praktikant in einem Bachelor-Studiengang umfasst die schriftliche Darlegung der praktischen Zeit 20 Seiten oder mehr. Auch bei einem ganzen Praxissemester kann der Bericht mehr als nur zehn Seiten umfassen. Die genannte Anzahl der Seiten stellt hierbei nur einen Richtwert dar. Letztlich gibt der jeweilige Mentor die Formalia vor.

Sollte es eine Vorgabe geben, so weist der Lehrer oder Professor für gewöhnlich daraufhin, dass diese auch so eingehalten werden sollen. Sind beispielsweise zehn Seiten vorgegeben, möchte der Ausbilder auch nur zehn Seiten sehen. Es wird nicht gern gesehen, wenn statt der geforderten zehn Seiten plötzlich dreißig Seiten vorgelegt werden. Damit kann sich ein übereifriger Schüler oder Student beim Korrektor nicht unbedingt beliebt machen.

Die Einhaltung einer gemachten Vorgabe zeigt, dass die Fähigkeit sich an eine formelle Regel zu halten, besteht. Außerdem kann der Lehrer auf einer fairen Basis benoten, da niemand aufgrund von mehr Inhalt besser benotet werden sollte. Die Vorgabe schafft eine gleichberechtigte Chance auf faire Benotung, wenn alle unter gleichen Voraussetzungen schreiben müssen. Abgesehen davon, ist kein Korrektor erfreut, wenn mehr korrigiert werden muss, als vorgegeben.

Perspektive eines Praktikumsberichtes

Ein Praktikumsbericht kann durchaus in der Ich-Perspektive geschrieben werden. Das ist sogar sinnvoll, denn es handelt sich inhaltlich um persönlich gemachte Erfahrungen innerhalb einer zeitlich begrenzten praktischen Ausbildung. Gerade das ist das Thema der Arbeit.

Der Schreibstil kann hier recht frei gewählt werden. Anders verhält sich das bei der Anfertigung von wissenschaftlichen Hausarbeiten, wo es strenge Vorgaben geben kann.

Rand für die Korrektur bei einem Praktikumsbericht

Manchmal ist auch ein Rand zur Korrektur erforderlich. Dieser kann von Vorgabe zu Vorgabe variieren. Ist eine solche Regel einzuhalten, so gilt dies der Einheitlichkeit aller abgegebenen Arbeiten von allen Schülern bzw. Studenten. Das Schreiben unter gleichen Bedingungen schafft auch eine gleichberechtigte Basis der Benotung.

Das Deckblatt beim Praktikumsbericht

Das Deckblatt eines Praktikumsberichtes ist nicht zu unterschätzen. Es ist das Erste, was der Lesende zu Gesicht bekommt. Auf der einen Seite wäre bloß das Wort “Praktikumsbericht” als Titel auf dem Deckblatt eher einfallslos. Auf der anderen Seite muss der Schüler oder Student nicht dafür sorgen, dass der Titel den Mentor vor Begeisterung aus den Schuhen haut. Er muss seinem Ausbilder und Bewerter einen aussagekräftigen Titel bieten. Schon hierin zeigt sich die Überzeugung über das, was in der Praktikumszeit erfahren wurde.

Dem Leser wird deutlich um was es überhaupt geht. Er erfährt, dass es sich um einen Bericht über ein absolviertes Praktikum handelt. Das Deckblatt gibt weiterhin Aufschluss darüber, wer den Ausbildungsabschnitt zu welcher Zeit und an welchem Ort geleistet hat.

Auch hier kann es von der Schule oder der Universität strenge Vorgaben geben, die aufgrund von Einheitlichkeit eingehalten werden müssen. Nicht immer wird darauf explizit hingewiesen. Besonders auf einer Universität kann es sein, dass das Wissen über die Formalia vorausgesetzt wird oder es wird davon ausgegangen, dass der Schreibende sich die Informationen über einen gemachten Aushang oder einen ausgestellten Ordner im Seminarraum selbst informiert.

Die Informationen auf Deckblatt sollten kurz und vor allem übersichtlich angeordnet werden. Nennungen, wie der Name der Universität oder der Schule, sollten nicht dieselbe Schriftgröße wie den gewählten Titel haben.

In Kürze ist bei der Erstellung eines Deckblattes an folgendes zu denken:
• Name der Schule oder Universität
• Name und Anschrift des Ortes, an dem das Praktikum absolviert wurde
• Zeitraum des Praktikums
• Titel der Arbeit
• Name des Praktikanten inklusive Kontaktdaten
• Datum der Abgabe des Praktikumsberichtes

Auf einer Universität kommen noch einige Informationen dazu:
• Name der Betreuerin oder des Betreuers
• Matrikelnummer
• Studienfach und Semesterzahl
• Datum der Abgabe des Praktikumsberichtes

Gliederung eines Praktikumsberichts

Eine übersichtliche Gliederung ist das A und O einer schriftlichen Arbeit.

Die Einleitung im Praktikumsbericht

Die Einleitung bietet dem Lesenden die Möglichkeit, sich in aller Kürze über die notwendigen Eckdaten des absolvierten Praktikums zu informieren. Auch die Angabe des Ortes und des Zeitraumes der gemachten Erfahrungen gehört hier schriftlich ausformuliert her.

Eine kurze Beschreibung über das Tätigkeitsfeld und die Tätigkeit selbst folgt. Dies kann in Form von kurz gehaltenen Fakten dargelegt werden. Die Kürze der Einleitung ist entscheidend, da diese nur einführen soll in den folgenden Hauptteil. Allerdings ist auch der Einleitungsteil nicht zu unterschätzen.

Hier sind die wesentlichen Informationen gebündelt und geordnet niederzulegen. Kurz hat der Schüler oder Student über seine Motivation, die Wahl und die Erwartungen seines Praktikumsplatzes zu schreiben. Ob sich die Motivation gelohnt und die Erwartungen letztlich erfüllt haben, das gehört nicht in den Teil der Einleitung, sondern in den Schlussteil.

Folgende Informationen müssen in der Einleitung enthalten sein:
• Zeitraum, in der das Praktikum absolviert wurde
• Standort und Name des Unternehmens oder der Institution
• Abteilung
• Tätigkeit
• Darlegung warum gerade diese Praktikumsstelle in diesem bestimmten Unternehmen oder Institution
• Subjektive Erwartungen in Hinsicht auf die spätere Berufswahl

Die Einleitung sollte allerhöchstens eine DIN A4 Seite lang sein. Für gewöhnlich kommen gute Einleitungen mit einer halben Seite hin.

Der Hauptteil im Praktikumsbericht

Der Hauptteil eines Praktikumsberichtes ist der umfangreichste Teil der Arbeit. Deshalb ist auch innerhalb des Hauptteiles eine klare und saubere Gliederung notwendig. Unter die gewählten Überschriften sollten auch nur die Punkte kommen, die nur mit dem jeweiligen Thema zu tun haben. In der gesamten Arbeit sollte es diesbezüglich keine unpassenden Ausschweifungen geben. Besonders gilt das für den Hauptteil. Hier wird meistens eine chronologische Abfolge erwartet.

Hier bekommen die Informationen aus der Einleitung ein ausgeprägtes Gesicht. Nicht nur der Betrieb wird genannt, sondern dieser wird ausführlich beschrieben. Erläuterungen zu der Branche, den Mitarbeitern bzw. der Organisations und der für das Unternehmen typische Unternehmenskultur gehören hier hin.

Auch Fakten rund um die Firma müssen hier genannt werden. Z.B. können unterschiedlich existierende Abteilungen aufgezählt werden und ihre Aufgabenbereiche. In diesem Zusammenhang lässt sich dann die eigene Arbeit als Rädchen im großen Getriebe einführen.

Fakten des Unternehmens können z.B. sein:
• Branchenzugehörigkeit
• Produktion
• Abteilungen und Mitarbeiter
• Kunden und Zielgruppe
• Präsentation des Unternehmens im Internet
• Beschreibung des Arbeitsplatzes
• Kunden-/ Zielgrupper des Unternehmens
• u.U. Skizze/ Zeichnung des Arbeitsplatzes anfertigen oder wenn erlaubt/ verlangt Fotos einfügen

Wenn diese in gegliederten Abschnitten genannt und beschrieben sind, folgt in der Regel die Erläuterung zu der eigenen Tätigkeit und ob an diese besondere Anforderungen geknüpft waren.

Eine gute Übersicht liefern hierzu Tages- oder Wochenberichte. Hierfür ist eine streng einzuhaltende chronologische Abfolge der täglichen Arbeit notwendig. Dies geschieht am besten in der Wiedergabe von den zu den jeweiligen Uhrzeiten geleisteten Tätigkeiten. Auch die Art und Weise wie ein Vorgesetzter den Schüler oder Studenten in seine Arbeit eingeführt hat gehört in diesen Teil der Praktikumsberichtes. Hier darf der Schreibende auch gerne akribisch werden:
• Was wurde im Einzelnen gemacht?
• Gab es unerwartete Überraschungen oder kurz: wurde der Praktikant ins kalte Wasser geschmissen (z.B. eine Übersetzungsarbeit eines Logistik-Formulars ins Englische oder ein Anschreiben auf Englisch an einen international tätigen Kunden).
• Was für Gespräche gab es? Gab es Feedback und Unterstützung?
• Gab es problematische Situationen? Wenn ja, wie wurde damit umgegangen?

Das mit dem Praktikum verbundene Berufsbild sollte nicht nur kurz umrissen werden, es muss konkret beschrieben werden. Dazu gehören auch Informationen über den vorausgesetzten Schulabschluss, die Ausbildungsdauer und der Verdienst.

Neben der Nennung von Zahlen, Daten und Fakten ist es wichtig, auch über die gemachte Lernkurve zu berichten und ob ein Wissenstransfer stattgefunden hat. Besonders für Studenten macht dieses Kapitel der schriftlichen Arbeit Sinn. Denn darin zeigt sich, ob die Studieninhalte und die Tätigkeit im Praktikum miteinander verknüpft werden konnten oder nicht:
• Konnten erlernte Studieninhalte konkret angewendet werden? (z.B. Marketing Strategien)
• Als Schüler: gab es Vorbereitungen auf das Praktikum, die sich später bei der Tätigkeit ausgezahlt haben?

Der Schlussteil im Praktiumsbericht

Für den Schlussteil gibt es in der Regel keine festen Vorgaben. Hier kann der Schüler oder Student reflektierend berichten. Die in der Einleitung genannten Erwartungen können hier wieder aufgegriffen werden. Der Schreibende kann sich nun frei darüber äußern, ob diese erfüllt wurden oder nicht:
• Konnte sich das Berufsbild bestätigen?
• Gab es positive oder negative Überraschungen?
• Besteht der Wunsch nach dem Beruf nach dem gemachten Praktikum weiter?
etc.
• Haben sich eventuell gemachte Vorbereitungen auf das Praktikum gelohnt?
etc.

Der Schlussteil sollte nicht die Länge des Hauptteils haben. Aber auch hier ist konkret auf bestimmte Punkte einzugehen, wobei Ausschweifungen ohne festen Bezug einen Punktabzug bei der späteren Bewertung des Praktikumsberichtes zur Folge haben können.

Datenschutz beim Praktikumsbericht

Bei der Anfertigung eines Praktikumsberichts sind datenschutzrechtliche Regeln einzuhalten. Die persönlich gemachten Erlebnisse und Erfahrungen im Detail darzulegen, ist Aufgabe der Arbeit. Dennoch dürfen keine sensiblen Daten in dem Bericht auftauchen. Zum Beispiel dürfen Namen von einzelnen Mitarbeitern nicht erwähnt werden. Stattdessen ist es aber erlaubt ihre jeweilige Position zu benennen. Mit dem Wort “Praktikumsbetreuer” kann der Schreibende jedenfalls nichts falsch machen.

Top Artikel in Der Praktikumsbericht